Viele Haushalte stellen den Trockner dort auf, wo Platz ist – und das ist häufig der Keller. Das ist praktisch, hat aber einen Haken: Keller sind im Winter kalt, oft das ganze Jahr über feucht, und manchmal beides gleichzeitig. Für manche Trocknertypen ist das eine ungünstige Kombination, die sich direkt auf die Trocknungsleistung auswirkt.
Das Gerät läuft, die Wäsche wird warm – aber nach dem Trockengang fühlt sich alles noch leicht feucht an. Oder die Trockenzeiten sind deutlich länger als auf der Verpackung angegeben. Wer dann anfängt, Flusensieb und Kondensator zu prüfen, findet oft nichts Auffälliges. Der Aufstellort ist das Problem.
Wärmepumpentrockner und Kälte
Wärmepumpentrockner sind die empfindlichsten Geräte, was die Umgebungstemperatur angeht. Sie funktionieren nach demselben Prinzip wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt: Ein Kältemittelkreislauf entzieht der Luft Wärme und nutzt diese Energie zum Trocknen. Dieser Kreislauf ist auf einen bestimmten Temperaturbereich ausgelegt.
Die meisten Wärmepumpentrockner haben eine angegebene Mindestbetriebstemperatur von 5 bis 10 Grad Celsius. Darunter arbeitet das Kältemittelsystem ineffizient – die Trocknungsleistung bricht ein, die Laufzeiten steigen, und manche Geräte schalten bei sehr niedrigen Temperaturen ganz ab oder liefern dauerhaft feuchte Wäsche.
Im Keller, der im Januar 8 Grad hat, arbeitet ein Wärmepumpentrockner also gerade noch im Grenzbereich. An besonders kalten Tagen rutscht er darunter. Das erklärt, warum die Trocknung im Winter schlechter ist als im Sommer – obwohl das Gerät technisch einwandfrei funktioniert.
HILFSMITTEL & ZUBEHÖR
Die richtigen Produkte, wenn der Trockner nicht richtig trocknet
Ob verstopfter Kondensator, volles Flusensieb oder feuchter Aufstellraum – mit den richtigen Hilfsmitteln lässt sich das Problem meist schnell selbst lösen.
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Kondenstrockner im feuchten Keller
Kondenstrockner sind weniger temperaturempfindlich als Wärmepumpengeräte, haben aber ein anderes Problem in feuchten Räumen: Sie kondensieren Feuchtigkeit aus der Trommelluft mithilfe von Kühlluft aus der Umgebung. Wenn diese Umgebungsluft bereits stark mit Feuchtigkeit gesättigt ist – wie in einem schlecht belüfteten Keller –, funktioniert der Kondensationsprozess weniger effizient.
Das Ergebnis ist dasselbe wie beim Wärmepumpentrockner: längere Trockenzeiten, leicht feuchte Wäsche, kein erkennbarer technischer Defekt. Ein Hygrometer im Keller gibt schnell Aufschluss darüber, ob die Raumfeuchtigkeit tatsächlich das Problem ist. Werte über 70 Prozent relative Luftfeuchtigkeit sind für Kondenstrockner bereits problematisch.
Was man tun kann
Die einfachste Maßnahme: den Keller während des Trockengangs lüften, sofern die Außenluft trockener und wärmer ist als die Kellerluft. Das ist im Sommer fast immer der Fall, im Winter seltener.
Wer einen Wärmepumpentrockner im Keller betreibt und im Winter regelmäßig schlechte Ergebnisse hat, kann prüfen, ob eine kleine Heizung oder ein Heizkörper im Kellerraum die Raumtemperatur auf ein konstanteres Niveau bringen kann. Schon 15 Grad machen einen spürbaren Unterschied.
Für dauerhaft feuchte Keller ist ein Luftentfeuchter eine sinnvolle Ergänzung – nicht nur für den Trockner, sondern für den Raum generell. Keller mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit sind anfällig für Schimmel, und ein Gerät, das ständig gegen diese Bedingungen arbeitet, verschleißt schneller.
Ablufttrockner als Alternative im Keller
Wer die Wahl hat, ist mit einem Ablufttrockner im Keller oft besser bedient als mit einem Kondensations- oder Wärmepumpengerät. Ablufttrockner leiten die feuchte Luft direkt nach draußen und sind deshalb weder von der Raumtemperatur noch von der Raumfeuchtigkeit abhängig. Voraussetzung ist ein geeigneter Wanddurchbruch oder ein kurzer Schlauchweg nach draußen.
Der Nachteil: Ablufttrockner verbrauchen mehr Energie als Wärmepumpengeräte. Im Keller, wo die Betriebsbedingungen für Wärmepumpengeräte ohnehin suboptimal sind, relativiert sich dieser Unterschied aber spürbar – ein Wärmepumpentrockner, der unter schlechten Bedingungen arbeitet, ist längst nicht so effizient wie sein Energielabel verspricht.
Wer die Wäsche vor dem Trocknen ausreichend schleudert und die Raumtemperatur im Blick behält, kann auch im Keller gute Ergebnisse erzielen – aber es braucht etwas mehr Aufmerksamkeit als in einem beheizten Hauswirtschaftsraum.

Lukas Brenner schreibt über Haushaltsprobleme, die man einfach selbst in den Griff bekommt. Wenn der Trockner streikt, sucht er zuerst nach der naheliegendsten Ursache – und findet sie fast immer.